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Lucas Bacmeister

(1530 – 1608)

Der Stammvater unseres Familienverbandes

Aus der Familienchronik des Clamor Bussche

Lucas ist in Lüneburg am 18.10.1530 als ältester Sohn des Braumeisters Johann Bacmeister und der Anna Lübbing geboren. Er studierte 1548 – 1552 und 1556 – 1558 in Wittenberg Theologie.

1553 – 1556 war er Erzieher der Söhne Johann und Magnus des Königs Christian III. v. Dänemark. Die Witwe des 1559 verstorbenen Königs Christian III. berief ihn als Hofprediger nach ihrem Witwensitz Kolding in Jütland. Dort heiratete er am 29.6.1560 Johanna, die Tochter des Professors der Medizin an dortiger Universität und Königl. Leibarztes Jacob Bording und der Francisca Nigrona aus Antwerpen.

1562 wurde er vom Rat zu Rostock als Pastor an der Kirche St. Maria und Professor der Theologie an dortiger Universität berufen und wirkte dort 46 Jahre mit größter Auszeichnung und reichem Segen. Er war acht Mal Rektor der Universität, ferner nahm er an drei Gesandtschaften der Stadt Rostock an die Herzöge von Mecklenburg teil. Am 5. Mai 1565 promovierte Lucas Bacmeister zum Doctor theol., im Februar 1592 ernannte der Herzog Ulrich von Mecklenburg ihn zum Superintendenten des Stadt- und Landkreises Rostock, ferner zum Consistorial-Rat und Vorsitzenden des geistlichen Ministeriums.

Hervorragender Seelsorger

und Theologe

Nicht nur in Mecklenburg, sondern auch weit über dessen Grenzen hinaus galt er als ein hervorragender Seelsorger und Theologe, wovon seine Berufungen durch Fürsten und Städte zu ihrem Geistlichen und zum Kirchen-Visitator Zeugnis ablegen. Ihm gebührt ein nicht unerheblicher Anteil an dem Abschluss der Concordien-Formel, welche die Grundlagen des evangelischen Glaubensbekenntnisses und Kirchenwesens enthält und nach langjährigen Unterhandlungen zwischen der evangelischen Geistlichkeit, den evangelischen Fürsten, Ständen und Städten endlich 1580 von diesen unterzeichnet wurde.

LucasBacmeister_ConcordienFormel
LucasBacmeister_Europa1580

Unterstützer der evangelischen Kirche in Österreich

1580 reiste er auf Ersuchen österreichischer evangelischer Stände nach Österreich, um diesen bei der Bildung einer evangelischen Kirchengemeinschaft behilflich zu sein, die erst durch die Gegenreformation Kaiser Rudolfs II. 1582 gewaltsam beendet wurde.

In den Jahren darauf arbeitete Lucas Bacmeister im Auftrag des Herzogs eine neue Kirchenordnung für Mecklenburg aus, die 1603 von allen Kanzeln des Landes publiziert und noch bis Ende des 19. Jahrhunderts so angewendet wurde.

Zehn Söhne

und eine Tochter

Lucas Bacmeister hatte aus der 1. Ehe mit Johanna Bording zehn Söhne und eine Tochter. Nach dem am 29. Juli 1584 erfolgten Tode seiner innig geliebten ersten Frau vermählte sich Bacmeister 1585 mit Katharina von Herverden und 1593 mit Anna Vischer, mit denen er glücklich-friedliche Ehen führte.

Während seiner letzten Lebensjahre war er durch schweres Asthma in seiner regen Tätigkeit sehr behindert, wozu noch am 9. Mai 1608 Skorbut kam, die seine Kräfte verzehrte. Er entschlief sanft und gottergeben am 9. Juli 1608 zu Rostock, tief betrauert von den Seinigen, hoch verehrt wegen seines edlen Charakters und bedeutenden Geistesgaben von allen, die ihm im Leben näher getreten waren.